Ein echter Schock

Da war er wieder. Der Knall. Allerdings war er dieses Mal nicht allein.

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Tag werden, doch er begann damit, dass die Snooze-Taste des Weckers seiner Funktion nicht nachkommen wollte und statt sein unschönes Geläut zu wiederholen, schaltete der Wecker sich kurzerhand ab.

Doch am Ende war es das Beste was passieren konnte. Denn ohne diesen Zufall, hätten wir das nachfolgende nie miterlebt und wüssten nicht, das mit Katie etwas nicht stimmte.

Verlauf des epileptischen Anfalls

Katie erbrach. Haare. Normal. Erstmal. Doch irgendwie klang es komisch. So komisch, dass ich es nicht in Worte fassen kann, es war eben anders als sonst, irgendwie dumpfer. Nach dreimaligem Klopfgeräusch endet das Geschehen abrupt. Ich ging in unser Wohnzimmer.

Katie saß zur Salzsäule erstarrt vor dem, was ihren Magen gerade verlassen hatte. Was dann folgte war schockierend: Plötzlich und ohne Vorwarnung rannte sie los. Über und gegen alles, was sich ihr in den Weg stellte. Völlig unkontrolliert, teilweise springend und mit geschlossen Augen. Diesen Amoklauf beendete sie, indem sie einfach auf dem Boden fiel. Krampfend.

Ich rannte sofort zu ihr, schrie vorher die ganze Zeit abwechselnd nach meinem Freund und ihren Namen.

Mein Freund hielt sie fest, während Lilli jaulend und fauchend um uns herum lief. Sie wollte unbedingt zu ihrer, auf dem Boden liegenden, Freundin. Nach einer gefühlten Unendlichkeit war alles vorbei. Katie rappelte sich auf und hatte sichtbar Angst vor uns. Lilli hatten wir in der Zwischenzeit vor die Wohnzimmertür gesetzt.

Katie und ich näherten uns vorsichtig. Sie ließ es zu, dass ich ihr den Schaum vor dem Mäulchen abwischen konnte. Von da an verlief alles wie bei ihrem ersten Anfall, den wir als solchen nicht gedeutet hatten. Allerdings gab es einen Unterschied: Sie erkannte zuerst nicht nur uns nicht. Als sie Lilli sah, die wir wieder herein gelassen hatten, machte Katie einen Buckel, der Schwanz wurde plüschig und sie sah aus, als ob sie Lilli in der nächsten Sekunde angreifen würde.

Beste Freundinnen

Doch Lilli ist eben die beste Freundin, die ich jedem Vierpfötler und Zweibeiner nur wünschen Kann. Denn Lilli war dieses Gehabe schlicht weg egal. Sie verpasste Katie einen Nasenstupser. Nicht den letzten an diesem Tag. Zehn Minuten später saßen sich beide noch immer gegenüber und sahen sich einfach nur an.

Danach ging Katie auf eines der Katzenklos und Lilli folgte ihr auf Schritt und Tritt.

Dieser Tag: Ein echter Schock. Für uns alle.

Als der Verdacht der Diagnose Epilepsie kam waren wir alle erstmal geschockt. Bei dem Versuch Informationen fernab der ärztlichen Diagnostik zu erhalten, kam ich schnell an die Grenzen, da geballt und auf den Punkt gebracht im Netz nicht sehr viel vorhanden ist. Aus diesem Grund gibt es Epilepsie-Katzen: Begleite uns dabei die Diagnose zu verbarbeiten und damit zu leben.
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