Epilepsie bei der Katze: Was bedeutet das?

Wusstet ihr, dass Epilepsie zu den am häufigsten auftretenden neurologischen Erkrankungen bei Katzen zählt? Vereinfacht ausgedrückt entsteht die Krankheit durch die unkontrollierte Erregung der Nerven. Dabei jedoch gibt es Unterschiede:

Primär idiopathische Epilepsie

Bei der primären Epilepsie liegt keine Ursache zugrunde. Ärzte schätzen, dass sie genetisch, also erblich bedingt ist. Die meisten Katzen erkranken zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr. Die Krankheit kann nur über ein Ausschlussdiagnoseverfahren bestimmt werden.

Sekundär symptomatische Epilepsie

Ist die Epilepsie ein Symptom einer Gehirnerkrankung, wird von sekundärer Epilepsie gesprochen. Ursachen sind strukturelle Veränderungen im Gehirn. Auslöser können Traumata, Tumore, Blutungen, Missbildungen oder Speicherkrankheiten sein.

Reaktive Krampfanfälle

Nicht nur durch die Krankheit Epilepsie können Krampfanfälle ausgelöst werden, auch Stoffwechselstörungen, Unterzuckerung, Nieren- oder Leberstörungen und Vergiftungen lösen diese aus.

…Soweit der medizinische Part. Doch was bedeutet „Epilepsie“ für Mensch und Vierpfötler im Alltag?

Kosten & Zeit

Ein Punkt, der zumindest bei den Kosten für die Untersuchungen nicht zu vernachlässigen ist. Ultraschall, Blutbild, Röntgen, MRT und Überprüfung des Gehirnwassers (Liquorfunktion) verschlingen im Groben gute 2.000 Euro. Dabei sind Fahrtkosten nicht inbegriffen. Hinzu kommen die täglichen Medikamente und regelmäßige tierärztliche Kontrollen.

Neben den Kosten gibt es noch etwas, das nicht ganz so einfach zu handeln ist. Den Faktor Zeit. Katie bekommt jeden Früh um 7 Uhr ihr Medikament. Abends, 19 Uhr, ebenso. Ausschlafen am Wochenende oder an freien Tagen? Das war einmal. Auch das spontane Treffen mit Freunden nach Arbeit ist nicht mehr realisierbar, außer mein Freund und ich sprechen uns ganz genau ab.

Einer von uns beiden muss zu den Tablettenzeiten zuhause sein, um sie ihr geben zu können. Urlaub? Ab jetzt getrennt, wenn überhaupt.

Nerven & Ängste

Ganz davon abgesehen, dass nicht nur Katie mittlerweile ein Trauma hat, wenn es um Tierärzte, und Kliniken geht, ist auch für uns die Fahrt dorthin und alles was vor Ort passiert, der reinste nervliche Horror.

Doch wobei wir wahrscheinlich mehr leiden, als Katie selbst, ist die permanente Angst, dass sie erneut einen Anfall bekommt. Bei jedem lauten, komischen oder rennenden Geräusch, schrecken wir auf und das, obwohl die Diagnose nun bereits ein halbes Jahr her ist.

Umgang & Umgebung

Früher habe ich die Mädels insbesondere für meinen Katzenblog mit Blitz und ganz viel Licht fotografiert. Das geht nicht mehr, da der Blitz Anfälle auslösen könnte. Somit dauert die Bilderstellung, durch die nachträgliche Bearbeitung, wesentlich länger und ist nur zu bestimmten (hellen) Tageszeiten möglich.

Es ist nun nicht so, dass wir Katie wie ein rohes Ei behandeln. Doch so ein bisschen „Welpenschutz“ geniesst sie tatsächlich. Allerdings haben wir uns trotzdem für „gefährliche Dinge“ wie den Catwalk und das Katzentrapez entschieden. Sollte sie auf einem der beiden einen Anfall bekommen, kann das natürlich ungünstig sein, jedoch möchten wir weder ihr, noch Lilli, den Spaß und die Freude in der anfallsfreien Zeit nehmen.

Ausserdem gibt es Mittel, die einiges verhindern: Ecken-Katze-Schutz.

Als der Verdacht der Diagnose Epilepsie kam waren wir alle erstmal geschockt. Bei dem Versuch Informationen fernab der ärztlichen Diagnostik zu erhalten, kam ich schnell an die Grenzen, da geballt und auf den Punkt gebracht im Netz nicht sehr viel vorhanden ist. Aus diesem Grund gibt es Epilepsie-Katzen: Begleite uns dabei die Diagnose zu verbarbeiten und damit zu leben.
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