6:17 Uhr

Gott sei Dank ist Sonntag. Wir sind Zuhause. Schlafen.

Doch nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem mein Freund mich weckt. Katie rast wieder quer durch den Flur und das Wohnzimmer. Mittlerweile hören wir den Unterschied zwischen spielerischem Jagen und anfallartigem Rennen. Es ist 6:17 Uhr.

 

Doch dieses Mal stoppte unsere Couch Katies Marathonlauf: Unter ihr ist so viel Platz, dass die Katzen im Flundermodus unter sie hindurch kriechen können. Das funktioniert auch immer, ausgenommen, wenn ein epileptischer Anfall genau an dieser Stelle ausbricht: Katie blieb stecken.

Aber im Detail betrachtet war das gar nicht so schlimm, denn immerhin konnte sie so nicht gegen oder auf etwas anderes stürzen. Ich schaffte es gerade so, sie mit zwei Fingern zu berühren und zu streicheln. Mittlerweile schreie ich nicht mehr panisch, wenn ich sie krampfend sehe, sondern rede beruhigend auf Katie ein.

Nach dem Anfall

Hat sich ihr Zustand verbessert, ist es immer der gleiche Ablauf: Mäulchen abputzen und den Schaum entfernen. Katie mit einem lauwarmen Tuch vorsichtig vom Urin, in dem sie sich währenddessen nunmal wälzt, befreien. In Ruhe lassen und Lilli suchen.

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Heute kam jedoch dazu, dass Katies Zunge draußen blieb und sie sichtbar Probleme hatte, diese zu entkrampfen und normal zu bewegen. Nach ein paar Minuten schaffte sie es jedoch. Lilli hatte sich vor lauter Angst derweilen auf die oberen Schränke in die Küche geflüchtet.

Dort saß sie zusammengekauert und blinzelte uns mehrfach zu, als wir den Raum betraten und sie entdeckten.

Auch das, was dann passierte haben wir in den letzten Wochen ein paar Mal durchlebt. Katie hat nach einem epileptischen Anfall derart Hunger, dass ich sofort die Näpfe auffülle. Während sie frisst und Lilli sich langsam aus ihrem Versteck traut, um sich vorsichtig Katie zu nähern, wische ich den Flur und das Wohnzimmer. Danach wird gesaugt, zwischendrin, so, dass es keiner sieht, kurz geweint und dann geht der Alltag wieder los.

Unterschiede

Das Negative: Im Gegensatz zum vergangenen Anfall liegen jetzt nicht mehr vier Wochen dazwischen, sondern drei. Auch war ihr Verhalten im Vorfeld nicht mehr ganz so eindeutig und vorwarnend.

Das Positive: Katie rappelte sich dieses Mal sehr schnell wieder auf, erkannte uns sofort und wollte, nachdem sie ihren Hunger gestillt hatte nur noch gestreichelt werden.

Ausgangspunkt des heutigen Anfalls war wieder das hochwürgen der Haare. Wir werden uns in der kommenden Woche erkundigen welcher Tierarzt in Dresden ein MRT sowie Ultraschall durchführen kann.

Bisher war er noch da, dieser Funke Hoffnung. Jetzt heißt es: Sparkonten plündern und Katie genau untersuchen lassen, Um ihr dann zu einem langen und vielleicht anfallsfreiem Leben zu verhelfen. Tschaka.

Als der Verdacht der Diagnose Epilepsie kam waren wir alle erstmal geschockt. Bei dem Versuch Informationen fernab der ärztlichen Diagnostik zu erhalten, kam ich schnell an die Grenzen, da geballt und auf den Punkt gebracht im Netz nicht sehr viel vorhanden ist. Aus diesem Grund gibt es Epilepsie-Katzen: Begleite uns dabei die Diagnose zu verbarbeiten und damit zu leben.
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